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Fachlexikon

Sie verstehen nur Fachchinesisch? Oder wollen einen Fachwort erläutert haben, das Ihnen gerade untergekommen ist. Wir haben hier für Sie ein

kleines Fachlexikon zusammengestellt. Schauen hier im Lexikon und finden Sie ihre Erläterung zu dem Begriff den Sie suchen.
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A

Abfallseide
Beim Abhaspeln der Seidenkokons entstehen Abfälle. Da diese auch aus reiner Seide sind, werden die Abfälle auch versponnen. Sie werden dann Schappe-Seide oder auch Florett-Seide genannt. Diese Garne verwendet man als Nähseide oder sie werden zu durchaus edlen Seidenstoffen verarbeitet.
Abperleffekt
Der Effekt entsteht bei Geweben, die mit einem wasserabweisenden Mittel imprägniert werden. Filz und Loden haben einen natürlichen Abperleffekt.
Abriebfestigkeit
Begriff für Scheuerbeständigkeit.
Abseite
Mit der Abseite eines Stoffes ist die Rückseite beziehungsweise die linke Warenseite gemeint.
Absorbic-Faser
Ist ein Sammelbegriff, der sich vom englischen „to absorb“ für „aufsaugen“ ableitet. Gemeint sind saugfähige Chemiefasern.
Abspannstoff
Meist aus leicht appretierter Baumwolle, werden die nicht sichtbaren Unter- und Rückseiten von Polstermöbel bespannt.
Acetat
Ist eine Kunstfaser der so genannten ersten Generation. Sie basiert – wie Viskose, Modal und Coupon – auf natürlicher Zellulose. Im Gegensatz zu diesen besteht sie aber aus einer Zellulose-Verbindung. Zunächst reagiert Baumwoll-Linters oder Edelzellstoff mit Essigsäure chemisch zu Acetyl-Zellulose, die dann in Aceton gelöst und im Trockenspinnverfahren zur Faser geformt wird.
Acryl
Ist das gängige Kurzwort für Polyacryl.
Aetzdruck
Beim Ätzdruck wird der Stoff zunächst komplett gefärbt. Danach ätzt eine farblose Paste dort, wo das Muster erscheinen soll, die Farbe wieder weg. Erscheint das Muster weiß, nennt man es Weiß-Ätzte. Gibt man der Ätztpaste Farbstoff zu, nennt man es Bunt-Ätzte
Ajour
Leitet sich vom französischen „ajoure“ ab, was so viel wie „durchbrochen“ heißt. Der Oberbegriff meint alle Textilien mit einer feinfädigen Lochmusterung.
Akanthus
Ist eine Pflanze aus der Familie der Bärenklau-Gewächse. Seine gezahnten Blätter zierten – aus Stein gemeißelt – in der Antike das korinthische Säulenkapitell. Heute sind sie noch immer häufiges Motiv im Textildesign.
Albatross
Gemeinhin bekannt als Name eines äußerst flugvirtuosen Wasservogels – bezeichnet auch ein dünnes Wollgewebe.
Alcantara
Ist der Markenname eines Mikrofaser-Vliesstoffes mit nubukähnlicher Erscheinung. Wird als Bezugsstoff verwendet.
Alencon-Spitze
Ist eine nach ihrer französischen Provenienz benannte Nadelarbeit. Hierbei werden füllige Muster mit Knopflochstichen auf tüllartigen Grundgewebe genäht.
Allover
Leitet sich vom englischen „all over“ ab, was in etwa „über und über“ bedeudet. So bezeichnet man eher kleine gemusterte Stoffdessins, die gleichmäßig die ganze Warenbreite überziehen.
Alpaka
Heißt ein kleines Lama, das in den extremen Klimazonen der südamerikanischen Anden lebt. Alle zwei Jahre wird sein Edelhaar zum Teil geschoren und von Hand sortiert. Dabei können bis zu 22 Farben unterschieden werden. Es wird zu Decken und Bezugsstoffe verarbeitet.
Amaretta
Ist der Markenname für einen bezugsgeeigneten Mikrofaser-Vliesstoff aus 60% Polyamid und 40% Polyurethan – erinnert an Nubukleder.
Anarcho Design
Galt in den Achziger Jahren des 20. Jahrhundert als bewusste Auflehnung gegen den Begriff der „guten Form“.
Anfärbbarkeit
Meint die Fähigkeit von Fasern und Textilien, Farbstoffe anzunehmen.
Angora-Kanin
Heißt das Edelhaar des Angora-Kaninchens.
Angora-Ziege
Die langlockige Angora-Ziege – bevorzugt in Texas und Südafrika gehalten – liefert das hochwertige Mohair.
Anilinfarbstoff
Galt lange als Bezeichnung für synthetische Farben überhaupt. Das im reinem Zustand giftige Anilin wird seit 1860 auf chemischen Wege hergestellt. Es dient als Farbstoff für Leder, Teppichware und Textilien in verschiedenen Nuancen.
Anitpilling-Ausrüstung
Reduziert mit einer chemischen Avivage die Neigung flauschiger Textilien zum unerwünschten Pilling.
Anneaux
Der Begriff bedeutet im Französischem allgemein Ring. Hierzulande wird er ab und zu für Vorhangringe gebraucht.
Anrauch-Test
Der Anrauch-Test zeigt inwieweit Gardinenstoffe vergilben.
Anschmutzverhalten
Meint die unterschiedliche Schmutz-Empfindlichkeit von Textilien.
Antibakterielle Ausrüstung
Gibt es in zwei Wirkungsprinzipien. Die bakterizide Ausrüstung tötet Bakterien ab, die sich in den Stoff einnisten wollen. Die bakteriostatische Ausrüstung verhindert die Vermehrung von Bakterien in dem Gewebe. Beide sind nicht dauerhaft.
Antiflamm-Ausrüstung
Verhindert durch die chemische Behandlung, dass Fasern oder Stoffe brennen oder glimmen und dabei Gase oder Säuren freisetzen.
Antimikrobielle-Ausrüstung
Ist eine pliz- und bakterienfeindliche Appretur.
Applikation
Heißt die aufwändige Verzierung von Geweben mit Stoffstücken, Perlen, Spiegelchen und dergleichen, die aufgenäht, aufgestickt oder auch aufgeklebt werden.
Appretur
Bezeichnung für Textilveredelung, die die Gebrauchseigenschaften eines Stoffes verbessern sollen – insbesondere den Griff, den Glanz und die Steife einer Textilie.
Arabeske
Nennt man im Textildesign ein rankenförmiges Motiv, das ursprünglich auf ein islamisches Teppich-Ornament zurück geht.
Architekten-Tüll
Nennt man einen grobmaschigen Tüll, der zwar netzartig, aber klar und geradlinig strukturiert ist.
Armure
Eigentlich das französische Wort für Bindung – ist eine klein gemusterte Seide oder ein Kunstseiden-Gewebe.
Art déco
Ist vor allem in Frankreich die Stilrichtung der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Namengebend wurde die Ausstellung L’Expostion Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes 1925 in Paris. Art déco ist eine Mélange aus Jugendstil und Kubismus sowie Futurismus und zeichnet sich durch elegante, klare Formen aus.
Art nouveau
Nennt sich der französische Jugendstil – auf Deutsch übersetzt „neue Kunst“. Zum Durchbruch des Stiles verhalf der aus Mannheim stammende Samuel Bing mit seiner Galerie und dem gleichnamigen Pavillion auf der Weltausstellung 1900.
Atlas
Gehört zu den elegantesten Stoffen überhaupt. Sein Name leitet sich vom arabischen für „glatt“ ab. Der Begriff Satin bezeichnet den selben Stoff.
Aufdruck
Auch Direktdruck genannt, bezeichnet den Textildruck auf ungefärbten Stoff.
Aufrauen
Gehört bei verschiedenen Stofftypen zum charakeristischen Warenbild, etwa Flanell, Loden oder Velveton. Heute geschieht es maschinell – rotierende Walzen mit Drahtborsten zupfen und bürsten so lange Fasern aus dem Gewebe, bis es eine Art Flor aufweist.
Ausbrenner
Sind immer Mischgewebe, zum Beispiel aus Polyester- und Zellulose-Garnen. Nach dem Weben werden im Druckverfahren Ätzpasten aufgetragen. An den Stellen, wo die Ätzpaste aufgetragen wurde, fällt die Zelluose aus dem Gewebe. Dadurch entsteht ein Muster.
Ausputz
Mit Ausputz meint der Raumausstatter all die schmucken Kleinigkeiten, mit denen er seine Arbeiten „ausputzt“ – also Keder, Posamente, Ziernägel, Bast- und Lederfransen und andere Zierelemente zum An- und Aufnähen.
Ausrüstung
Nennt man alle Verfahren der Textilveredelung mit denen die Rohgewebe verbessert werden sollen, zum Beispiel: Antipilling-Ausrüstung, Antiflamm-Ausrüstung, Antimikrobielle-Ausrüstung, Mercerisieren, Beschichten etc.
Automatik-Faltenband
Ist ein Faltenband, das den Stoff beim Zusammenziehen automatisch in Falten legt.
Avitron
Ist der Markenname für eine feine, glatte Polyesterfaser, die für Gardinen- und Vorhangstoffe verwendet wird.
Avivage
Im Französischen bedeutet das Wort „auffrischen“. Wurde früher eingesetzt, um gefärbte Seide den ursprünglichen glattem Griff wiederzugeben. Heute meint man damit das Glätten von Garnen und Geweben mit Seifen, Ölen oder Ähnlichem, damit sie während ihres Verarbeitungsprozesses besser gleiten.

B

Babyhair
Nennt man die besonders feinen Wollen und Edelhaare von Jungtieren – fällt nur einmal an, wenn Jungtiere zum ersten Mal geschoren werden.
Baggings
So bezeichnen Engländer grobe Jutegewebe, die bei uns auch unter Sackleinen laufen. Sie werden als Wandbespannung oder für Polsterarbeiten eingesetzt.
Baldachin
Ist jener romantische Stoffhimmel über Betten oder Kanapees. Sein Name stammt vom italienischen „baldacchino“ – einst ein kostbarer Seidenstoff aus Balzac. Die ersten Baldachine waren über Sänften oder Betten reicher Fürsten und aus reiner Seide.
Bargello-Stickerei
Ist eine Variation der Gobelin-Stickerei. Typisch für diese Stickerei sind Rauten-, Zacken- oder Bogenmuster.
Barré
Bezeichnet eine feine Querstreifenmusterung in Leinwandbindung, bei der immer ein heller Schussfaden auf einen dunklen folgt.
Basselisse
Bezeichnet man in Frankreich einen gewebten Bild- oder Wandteppich, der – im Gegensatz zum Hautelisse – auf einem so genannten Flachwebstuhl mit waagerecht verlaufender Kette gefertigt wird.
Bast
Meint im Allgemeinen den von der afrikanischen Raphia-Palme gewonnenen Naturbast. Die langen glatten Blattfasern lassen sich unversponnen zu groben Geweben in Leinwand- oder Köperbindung verarbeiten.
Bastfasern
Sind im Gegensatz zu Bast die aus Pflanzenstängeln herausgelösten Fasern von Flachs, Hanf, Jute. Man nennt sie auch Stängelfasern.
Batik
Ist eine Stofffärbetechnik, die auf Java und in Indien bereits im 16. und 17. Jahrhundert ihre Blüte erlebte. Die Methode basiert darauf, dass jene Stoffpartien, die keine Farbe annehmen sollen, mit geschmolzenen Wachs abgedeckt werden, das nach dem Färben wieder entfernt wird.
Batist
Es heißt, er sei nach seinem ersten Hersteller in Frankreich benannt. Es ist ein feinfädiges, leinwandbindiges Gewebe – meist aus Baumwolle oder Leinen.
Baumwoll-Linters
Heißen die kurzen nicht verspinnbaren Faserreste, die in der Baumwollspinnerei übrig bleiben. Da es sich um Zellulose handelt, werden sie als Rohstoff zur Herstellung von Acetat und Viskose genutzt.
Baumwolle
Ist eine Samenfaser. Mit 46 Prozent die meist verarbeitete Faser der Welt. Schon 3000 vor Christus wurde in Indien diese Faser versponnen und zu Gewebe verarbeitet. Ihr Siegeszug begann im 18. Jahrhundert – mit der Erfindung der Spinn-Maschine. Ihre vielen guten Eigenschaften machen Sie universell einsetzbar.
Baygard
Ist der Markenname einer chemischen Antisoiling-Ausrüstung.
Beflocken
Verleihen einem Stoff eine Art von Flor. Per Elektro-Statik bringt man so genannte Flockfasern auf den mit Klebemasse vorbereiteten Trägerstoff auf. Meist wird nur ein Muster aufgeflockt. Man spricht dann auch vom Flockdruck.
Beiderwand
Ist ein alter Name für Stoffe, die auf beiden Seiten gleich aussehen, obwohl Kette und Schuss oft aus unterschiedlichen Materialien sind.
Beize
Nennt man eine Behandlung in einem Bad mit Metallsalzen. Sie kann beim Färben mit Naturfarben als Vorbereitung erforderlich sein, damit die Fasern dann die Fabstoffe besser aufnehmen.
Besatz
Ist ein anderes Wort für Ausputz.
Beschichtung
Durch eine Beschichtung von Textilien, zum Beispiel mit Polyurethan oder Polyvinylchlorid, kann man Black-out-Stoffe, Kunstleder oder Wachstücher herstellen.
Bespannstoff
Ist dasselbe wie Abspannstoff.
Bezugsstoff
Bezeichnet man polsterfähige Textilien. Sie müssen laut DIN V 61010 scheuerbeständig, lichtecht und reinecht sein, dürfen sich nicht elektrostatisch aufladen und nicht zum Pilling neigen.
Biese
Ist eine ganz schmale, abgesteppte Falte.
Bindung
Bezeichnet man die Art und Reihenfolge, in der Kette und Schuss beim Weben miteinander gebunden werden. Es gibt drei Grundbindungen: Leinwand-, Köper- und Atlas- bzw. Satinbindung. Davon leiten sich verschiedene Bindungsarten wie zum Beispiel Panama-, Dreher-, Rips-, Waffelpiqué und andere Bindunggsarten ab.
Black-out-Stoffe
Sind absolut lichtundurchlässige Stoffe. Sie werden hauptsächlich für Verdunkelungsrollos und Sonnenschutz verwendet. Die Lichtdichtheit erreicht man durch mehrfache Beschichtung auf der Rückseite des Stoffes.
Blaudruck
Ist ein traditionelles Reserve-Druckverfahren. Es wird vor allem auf Leinen angewandt. Mit einem Holzmodel druckt man zunächst eine Paste, den so genannten Papp, als Muster auf die weiße Leinwand. Anschließend wird sie in einer Indigo-Küpe gefärbt. Ähnlich wie beim Batik nimmt der Stoff an den mit dem Papp bedruckten Stellen keine Farbe an. Wäscht man den Papp anschließend aus, erscheint ein weißes Muster auf blauen Grund. Deshalb nennt man den Blaudruck auch Porzellandruck.
Bleiband
Es werden kleine Bleikügelchen oder dünnes Walzblei in ein schlauchförmiges Band eingearbeitet. Man kann es in den Saum von Gardinen oder Vorhängen einlegen und so einen besonders glatten, gleichmäßigen und eleganten Fall des Stoffes erreichen.
Bleking-Stickerei
Zeigt farbige Blüten und Vögel auf einem weißen Leinengrund.
Blütenstich
Ist ein Stickstich, der kleinen, ovalen Blütenblättchen gleicht. Ordnet man ihn im Kreis an, entsteht ein blümchenartiges Dekor.
Bobinet-Tüll
Der netzartige Bobinet-Tüll gilt als echter Tüll. Er wird auf der Bobinet-Maschine hergestellt. Bei dieser besonderen Technik – einer Kombination aus Weben und Flechten – arbeiten bis zu 4000 Schussfäden gleichzeitig. Sie laufen von flachen Garnspulen ab und umschlingen die Kettfäden völlig. So kann je nachdem Erbs-, Fein-, Gitter-, Waben- oder Jacquard-Tüll entstehen.
Bogen-Stores
Der Bogen-Store hat einen in gleichmäßigen Bögen verlaufenden Saum, häufig auch mit Volant.
Bombyx mori
Heißt jener kostbare, kleine Schmetterling – der echte Seiden- oder Maulbeerspinner – auf Latein. Als Raupe spinnt er den unnachahmlichen Seidenfaden.
Bonding
Nennt man zwei Stoffe, die vollflächig miteinander verklebt sind. Das wird zum Beispiel mit Ober- und Futterstoff praktiziert.
Bonnes Graces
Heißen in Frankreich die leichten Vorhangbahnen an Prunkhimmelbetten.
Bordüre
Kann eine Borte sein oder eine streifenförmig verlaufende Musterung im Stoffdesign. Man spricht zum Beispiel von einem Bordürendruck.
Borken-Krepp
Meist aus überdrehten, baumwollenen Krepp-Garn gewebt. Bekommt durch eine spezielle Pressung zusätzlich einen rindenartigen Knittereffekt.
Borte
Gehört zu den Posamenten. Sie wird als mehr oder weniger schmales Band in vielerlei Musterungen gewebt oder auf einer Häkelgalon-Maschine hergestellt. Effilé-Borten haben Schlingenfransen. Die Feston-Borte zeigt eine gebogte, die Zacken-Borte eine gezackte Kante. Gimpen-Borten werden aus mehreren Gimpen gefertigt. Die Marabout-Borte ähnelt Samt.
Bouclé
Heißt im Französischen so viel wie „in Locken legen“. Gemeint sind Bouclé-Stoffe mit ihrer stark struktuierten Oberfläche aus vielen kleinen Schlingen. Sie können nur aus spizellen Bouclé-Garnen hergestellt werden, die in einem eigenen Spinn- beziehungsweise Zwirnverfahren ihr gelocktes Aussehen erhalten.
Bourette-Seide
Es handelt sich zwar um Seide, aber um eine Abfallseide aus dem Überbleibseln der Schappen-Seiden-Spinnerei. Die Bourette-Garne sind matt, unregelmäßig und noppig und werden häufig zu Deko-Stoffen verwebt.
Boutis
Ähnlich wie die amerikanischen Quilts werden diese Decken traditionell von Hand angefertigt. Zwischen zwei Lagen Stoff wird eine Wattierung eingelegt. Reines Besticken verbindet dann nicht nur die Stofflagen miteinander, sondern hat auch den Effekt, dass die Muster reliefartig hervortreten.
Brillantine
Nennt man in Frankreich einen glänzenden, aber leichten Webstoff.
Broché
Im Französischen bedeutet das Wort so viel wie „durchwirkt“. Broché ist sehr aufwändig herzustellen und deshalb selten und teuer. Während des Webens wird in einem glatten Fond mit meist dickeren Musterfäden, die von zusätzlichen kleinen Brochier-Schützen kommen, ein Muster eingewebt. Im Gegensatz zum Lancé flottieren diese Fäden jedoch auf der Geweberückseite nicht von einem Motiv zum anderen, sondern kehren jeweils an der Motivgrenze um. Durch diese sehr alte Technik erhält der echte Broché, ähnlich wie Damast, eine sich etwas verwerfende Oberfläche. Sie glättet sich nur, wenn sie – zum Beispiel beim Polstern – ganz straff gezogen wird.
Broderie Anlaise
Entstand in Frankreich und gehört zu den Bohr- beziehungsweise Lochstickereien. Ähnlich wie bei der Madeira-Stickerei, deren Vorläufer sie war, besteht das Muster aus kleinen, umstickten Löchern. Meist wurde sie Weiß in Weiß auf Baumwolle ausgeführt.
Brokat
Zählt zu den reichsten und kunstvollsten Geweben. Das Wort leitet sich vom italienischen Wort „broccato“ für „gestickt“ ab. In Italien wurde er auch entwickelt, und zwar aus dem Damast. Echter Brokat zeigt aufwändige, mehrfarbige Muster aus Seide. Das Besondere daran ist, er ist mit glitzernden Metallfäden durchzogen.
Brokatell
Ein historischer Stoff, ähnlich dem Brokat, wurde aber mit zwei Kettfaden-Systemen gewebt und bekam dadurch eine leichte Reliefstruktur. Meist war er nur zweifarbig.
Brüsseler Spitze
Ist ein Sammelbegrif für Leinenspitzen aus der Region Brabant, die geklöppelt oder als Nadelarbeit hergestellt wird.
Bunt-Ätze
Heißt eine Variante des Ätzdrucks, bei der auch der Ätzpaste Farbstoffe zugesetzt werden.

C

Cablé
Ist ein Zwirn aus mehreren Zwirnen. Dadurch sieht er ein bisschen wie eine geflochtene Kordel aus und ergibt beim Weben eine leicht körnige Struktur.
Caféhaus-Gardine
Entstand aus der Wiener Kaffeehaus-Kultur. Sie bedeckt die Fensterscheibe nur halb, sodass man von drinnen noch gut beobachten kann, was draußen passiert.
Cambric
Eigentlich das englische Wort für den französischen Chambra. Ist ein dichtes, feines und leinwandbindiger Baumwollstoff – vergleichbar dem Batist.
Canevas
Nicht zu verwechseln mit dem Canvas. Wird auch Stickgaze oder Gitterleinwand genannt. Das stark gestärkte Gewebe hat eine gitterartige Struktur und eignet sich deshalb gut als Grundstoff für Stickarbeiten. Wird meist aus Baumwolle in der seltenen Scheindreher-Bindung hergestellt.
Canvas
Nennt man einen kräftigen, äußerst strapazierfähigen Baumwollstoff in Leinwand-Bindung, der aus der Jeansfashion kommt. Er wird in verschiedenen Waschungen als Bezugstoff verwendet.
Cashgora
Heißt das Edelhaar der Cahgora-Ziege, die erstmals 1981 in Neuseeland gezüchtet wurde. Es ist die erfolgreiche Kreuzung aus Angora-Ziegenbock und Kaschmir-Ziege. Ihre exklusive Wolle hat die Feinheit, den Glanz und die Weichheit des Kaschmirs, ist aber strapazierfähiger und zudem preisgünstiger.
Challie
Heißt in Frankreich ein Wollstoff, der mit einem Blümchenmuster bedruckt ist.
Chambray
Meist aus leichter Baumwolle, wird immer leinwandbindig gewebt und hat immer einen weißen oder naturweißen Schuss. Die Kette ist dagegen farbig, oft pastellig, wodurch er dem Changeant ein wenig ähnelt. Er bleibt jedoch blasser und matter in der Optik.
Changeant
Im Französisch bedeutet das Wort „wechselnd“ und auch „schillernd“. Ein leinwandbindiger Stoff, welcher aus verschiedenfarbigen feinen Kett- und Schussfäden gewebt wird. Dadruch entsteht – je nach Lichteinfall und Blickrichtung – ein schillernder Farbeindruck. Eine raffinierte Wahl der beiden Farben und ein glänzendes Garnmaterial wie Seide, kann den Ekkeft noch verstärken.
Chemiefasern
Zu den Chemiefasern zählen alle auf chemischem Weg hergestellten Fasern. Dies sind zum einen die Zellulose-Fasern, die auch Chemiefasern der ersten Generation genannt werden. Die später entwickelten synthetischen Polymere, die man auch kurz Synthetics nennt, gehören auch dazu.
Chenille
Heißt im Französischen sowohl „Raupe“ als auch „Seidenbordüre“. Für ein Velouresstoff, den wir Chenille nennen, muss zunächst ein spezielles Chenille-Garn hergestellt werden. Es wird eine Vorware gewebt und und in Kettrichtung in schmalen Streifen geschnitten. Wegen der seitlich herausstehenden, abgeschnitten Fadenenden sieht es ein bisschen wie eine Raupe aus. Verwebt man es als Schubladen, verleiht es dem Stoff eine samtähnliche Optik und Haptik.
Chinaleinen
Nannte man früher Gewebe aus Ramie. Im Rohzustand heißt diese hochwertige Bastfaser, die hauptsächlich in China angebaut wurde und wird.
Chintz
Ist aus Baumwolle und glänzt. Der chrakteristische Glanz wurde ursprünglich durch Polieren mit Feuerstein hervorgerufen. Später erzielte man den Glanz mit einer Wachsschicht. Heute erzielt man den Glanz durch Kunstharz oder Kalandern.
Cire
Ist das französische Wort für „Wachstuch“. Generell bezeichnet man damit Stoff mit einer abwischbaren Beschichtung.
Cloqué
Ist ein Dekostoff mit einer dritten Dimension. Er gehört zu den Doppelgeweben und wird ganz raffiniert konstruiert. Beim echten Cloqué wird das Obergewebe mit glattem Schussgarn gewebt und das Untergewebe mit gekrepptem Schuss. Dies führt dazu, dass sich das Untergewebe zusammenzieht und das Obergewebe dazu zwingt, Blasen zu werfen.
Cochenille
War der erste bekannte Farbstoff, mit dem sich dauerhaftes Kaminrot färben ließ. Gewonnen wird der Farbstoff von der Schildlaus Dactylopius coccus.
Coordinates
Vom englischen „aufeinander abgestimmt“ abgeleitet. Damit sind Kollektionen gemeint, in denen verschieden gemusterte Stoff zu einander dessiniert wurden, damit man sie beliebig kombinieren kann.
Cord
Englisch für „Schnur“, wird allgemein als Bezeichnung für Cordsamt verwendet. Der Schuss-Samt entsteht in der sogenannten Hohlschusstechnik mit flottierenden Schussfäden. Werden sie später aufgeschnitten, bilden sich die typischen, längslaufenden Florrippen. Cord ist – meist aus Baumwolle gefertigt– ein strapazierfähiger Bezugsstoff.

D

Damassé
Heißt ein mit dem echten Damast nahe verwandtes Gewebe, das im 18. Jahrhundert auftauchte. Seine Musterung entsteht durch Bindungswechsel und zeigt gestufte Konturen. Diese sind aber zusätzlich noch mit Brochierungen aus Seide, Gold oder Silber veredelt.
Damast
Jener Luxusstoff, aus dem sogar in der einfarbigen Version die rankenden Muster geradezu plastisch hervorzutreten scheinen, wurde vor langer Zeit in China erfunden. Die Muster entstehen durch Bindungswechsel, dadurch treten die Muster plastisch hervor. Dieser Effekt wird durch Licht noch verstärkt.
Dämpfen
Ist Bügeln mit feuchter Hitze und kommt in der Ausrüstung vor. Bei Druckstoffen kann dadurch der Farbstoff fixiert werden. Außerdem kann man durch Dämpfen unerwünschte Glanzeffekte abmildern und manche Textilien – je nach Faserart – kumpft- und bügelfest machen.

E

Edelhaar
Nennt man besonders wertvolle Tierhaare beziehungsweise Wollen, die nicht vom Schaf kommen: Alpaka, Angora, Cashgora, Guanako, Kamelhaar, Kaschmir…
Effekthaar
Damit kann man einem Gewebe besondere Optik und Haptik verleihen, ohne dafür bindungstechnisch einen großen Aufwand betreiben zu müssen. Effektgarne haben zum Beispiel Noppen, Schlingen oder sind geflammt.
Effilé
Nennt man eine Borte mit Schnittfransen.

F

Façonné
Hat seinen Namen vom französischen Wort für „gemustert“. Er ist der typische Webmusterstoff, der sein Aussehen kleinrapportigen Bindungsmustern verdankt.
Fadengerade
Der Begriff ist beim Zuschnitt von Stoffen wichtig. Um eine fadengerade Schnittkante zu erhalten, zieht man einen Faden aus dem Stoff und schneidet entlang der entstandenen Linie.
Fadenverlauf
Damit meint man den Verlauf der Fäden im Gewebe, und zwar in der Regel den der Kettfäden – also Längsrichtung.

H

Haargarn
Bezeichnet man Garne aus solchen Tierhaaren, die weder unter den Begriff Schurwolle noch unter die Edelhaare fallen, zum Beispiel Ziegenhaar.
Hahnentritt
Ist eine Karo-Musterung und im Grunde ein markant vergrößertes Pepita. Gewebt wird er immer in Köper-Bindung.
Häkelgalon-Spitze
Ist eine Gardinenspitze, die handgehäkelten Spitzen ähnelt. Sie entsteht jedoch auf der Häkelgalon-Maschine.

I

Ikat
Ist eine besondere Stofffärbe- und Musterungstechnik, bei der die Fäden schon vor dem Verweben entsprechend dem geplanten Muster eingefärbt werden. Typisch sind Rauten-, Zacken- und Bordürenmuster. Das Verfahren kommt nur an einem Ort in Europa vor und zwar auf Mallorca.
Illusions-Tüll
So bezeichnet man einen sehr feinen Wabentüll.
Imitat
Oder die Imitation leitet sich vom lateinischen Wort für „nachahmen“ ab. Bei Stoffen gibt es beispielsweise Druckmuster, die eine echte Stickerei oder ein echtes Ikat imitieren.

J

Jacquard
Ist ein aufwändig gemusterter Stoff, der nur auf einem Webstuhl mit Jacquard-Maschine hergestellt werden kann. Bei dem Jacquard-Weben kann jeder einzelne Kettfaden gehoben oder gesenkt werden, dadurch kann man großflächige Muster weben.
Jaspé
Wird aus zwei oder drei lose gedrehte, verschiedenfarbigen Vorgarnen gesponnen. Der daraus gewebte Jaspé, meist in Köper-Bindung, hat eine gesprenkelte-melierte Optik, die entfernt an den Schmuckstein Jaspin erinnert.
Jersey
Benannt nach seiner Heimat, der Kanalinsel Jersey, ist eine feine Wirkware. Diese wurde ursprünglich aus Wolle gefertigt. Heute wird er aus Baumwolle oder einer Baumwollmischung gewirkt.

K

Kabelcord
Ist ein Cordsamt mit besonders breiten Rippen.
Kalandern
Ist eine Methode der Appretur. Der Stoff wird durch mehrere zum Teil beheizbaren Walzen mit großem Druck geleitet. Die Gewebe können dadurch glatter, geschlossener und zu gleich weicher und gläzender werden.
Kaliko
Ist ein feiner, dichter und einfarbiger weißer oder bedruckter Baumwollstoff. Seinen Namen hat er von seiner westindischen Heimatstadt Calicut.

L

Lade
Heißt derjenige Teil des Webstuhles, der jeden neuen Schussfaden fest an das entstehende Gewebe anschlägt.
Lahn
So bezeichnet man feinst ausgezogene und platt gewalzte Drähte aus Metall, mit denen man eine Seele aus Seide oder Leinen umwickelt, um so einen glitzernden Metallfaden für die Brokat-Weberei oder die Posamenten-Herstellung zu erhalten.
Lambrequin
Ist der französische Ausdruck für Schabracke, wobei Lambrequin auch an Türen vorkommen können.

M

Mäander
Ein verschlungenes, aber ewig fortlaufendes Band-Ornament. Das Mäander-Muster war schon in vorgeschichtlicher Zeit bekannt, gehört zu dem Lieblingsornament der alten Griechen und erlebt später im Klassizismus eine große Renaissance.
Macramé
Ist eine ursprünglich arabische Knüpftechnick, mit der spitzenähnliche Borten und Einsätzen mit langen Fransen hergestellt werden. Feines Macramé kann als Gardinensockel in Frage kommen.
Madras
Ist ein Begriff mit mehreren Bedeutungen. Einmal bezeichnet man einen Gardinenstoff in Dreher-Bindung mit eingewebten Figuren als Madras. Andereseits heißt auch ein großmustriges, meist auffallend bunter Karostoff aus Baumwolle Madras-Karo.

N

Nadelspitze
Nennt man alle Spitzen, die mit einer Nadel genäht beziehungsweise gestrickt werden, zum Beispiel Alençon-Spitze sowie Applikation- oder Bändchenspitzen.
Nadelstreifen
Sind die feinen, hellen Streifen, die einem dunkelgrundigen Flanell- oder Kammgarnstoff den männlich seriösen Chic geben. Nadelstreifen werden nur von zwei Kettfäden gebildet und sehen deshalb wie mit der Nadel gestrichelt aus.
Nahtband
Ist ein schmales köperbindiges Band – meist aus Baumwolle – mit dem Säume verlängert und stabilisiert werden können.

O

Objekt-Bereich
Damit ist im Gegensatz zur Einrichtung von Privatwohnungen, das Einrichten und Ausstatten von Büros, Praxen, Restaurants, Hotels und dergleichen größeren – zumeist gewerblich genutzten Objekten – gemeint. Ebenso wie Mobiliar müssen Textilien wegen der starken Beanspruchung im Objektbereich deutlich höhere Strapazierqualitäten aufweisen und Strenge Sicherheitsstandards erfüllen.
Occhi-Spitze
Hat ihren Namen vom italienischen „occhio“ für Auge, war aber lange bevor sie nach Europa kam, in China und dem alten Ägypten bekannt. Die Fäden für Occhi-Arbeiten werden auf kleinen Schiffchen aufgewickelt. Äußerst kunstvoll knüpft man damit filigrane Ringe und Bogen. Erst zum Schluss, wenn man genügend solcher Einzelmotive hat, werden sie miteinander zu einem großen Muster verbunden.
Ombré
Das französische Wort für „schattiert“, ist ein Stoff der ähnlich wie der Dégradé mit Hell-Dunkel-Verläufen, aber auch mit Farbverläufen von intensiv zu blass oder von einer Farbe zu einer anderen spielt.

P

Palmette
Nennt man ein symmetrisches, fächerförmiges Blattornament, das an ein Palmblatt erinnert. Es wird vielfach als Stoffdessin gewebt und gedruckt – vor allem bei Stilstoffen ein typisches Damastmotiv.
Panama
Heißt eine Bindung, die von der Leinwand-Bindung abgeleitet wird. Dabei kreuzen sich nicht immer nur ein Kett- und ein Schussfaden, sondern immer gleich zwei oder mehrere. Deshalb gilt der Panama auch als Kombination aus Längs- und Querrips.
Panné-Samt
Häufig auch einfach Panné genannt, hieß früher meist Felbel oder auch Zylinder-Samt, weil er bevorzugt für Zylinder verarbeitet wurde. Gemeint ist ein gelegter Velours – also ein Samt mit platt gewalztem Flor. Da er meist aus Seide oder Acetat gewebt oder gewirkt wird, glänzt der Flor nach dem Legen in Strichrichtung stark. Deshalb spricht man auch von Spiegelsamt.

Q

Quaste
Ist eine Troddel, für die ein ganzes Bündel Fäden oder Kordeln an einem Ende abgebunden und mit einer Aufhängung versehen wird. Kunstvoll verziert, zählen sie zu den Preziosen unter den Posamenten.
Queen Anne Style
Nennt sich eine englische Ausprägung des barocken Möbelbaus zur Zeit der Königin Anna, die Endland und Schottland von 1702 bis 1714 regierte. Er zählt zum „age of walnut“, in dem Walnussholz als Favorit die Eiche ablöst.
Querbehang
Ist ein anderes Wort für Schabracke.

R

Raffhalter
Rafft einen Vorhang zur Seite und hält ihn dort fest. Es gibt diesen in vielen Varianten.
Raffia
Ist eine gängige Bezeichnung für den von der Raphia-Palme stammenden Naturbast.
Raffrollo
Wird aus einer glatten Stoffbahn genäht und seitlich sowie auch in der Mitte mit Schnurzügen versehen. Sie laufen durch kleine, auf der Rückseite längs angeordneten Ösen. Zieht man das Rollo nach oben, wird es automatisch in Querfalten gerafft – daher der Name.

S

Samenfasern
Nennt man jene Pflanzenfasern, die im Gegensatz zu Stängelfasern oder Blattfasern aus den Samen der Pflanzen gewonnen werden, wie Baumwolle oder Kapok.
Samt
Ist das erste Gewebe mit einer dritten Dimension. Er ist sehr schwer herzustellen. Bis heute können nur Könner unter den Webern seine aufwendige Herstellung meistern.
Satin
Heißt der Atlas auf Französisch.

T

Taft
Ist ein Edelstoff, obwohl er in der einfachsten Bindung, aber aus feinfädigen Filamentgarnen, im besten Fall aus reiner Seide oder Kunstseide (Acetat), gwebt wird. Er hat immer einen matten und doch intensiven Glanz, der häufig durch unterschiedliche Garnfarben auch noch changiert. Da er sehr dicht gewebt wird, hat er eine gewisse Steifigkeit.
Tapisserie
Werden gewebte und gestickte Bildteppiche, zumeist in Gobelin-Technick bezeichnet. Ursprünglich entwickelte man diese Webtechnik, um die kostbaren Stickereien zu imitieren. Übersetzt heißt der französische Begriff „tanis “ Teppich. Tapisserie meint jedoch Wandteppich oder auch Tapete. Denn Tapisserien wurden und werden fast immer als Wandbeläge benutzt.
Tartan
Das echte Schottenkaro aus Wolle, war früher und ist auch heute noch das Unterscheidungsmerkmal schottischer Familien und Truppeneinheiten. Tartans werden aus Streichgarnen gewebt.

U

Ueberlauf
Nennt man die wenigen Zentimeter, auf denen sich zugezogene Vorhangbahnen in der Mitte überlappen.
Ulster
Ist ein typischer Ire. Dieser velouresartige, gemusterte Wollstoff ist absolut strapazierfähig, unempfindlich und nimmt nicht übel. Er hat keinen gewebten Flor, sondern wird stark aufgeraut, gewalkt und kalandert.
Umspinnungszwirn
Gehört zu den Effektgarnen. Er entsteht, indem eine straffe Seele oder Stehfaden von einem meist dünneren Garn oder Zwirn spiralförmig umsponnen wird.
Unikat
Ist ein Einzelstück. Von antiken Geweben sind häufig nur kostbare Unikate vorhanden, weil es früher üblich war, Einzelstücke anzufertigen.

V

Valenciennes-Spitze
Wurde nach ihrer nordfranzösischen Heimatstadt benannt. Sie gilt als feinste der handgeklöppelten Spitzen. Der netzartige Fond und die Blütenmuster werden in einem Arbeitsgang gemeinsam geklöppelt.
Variatronic-System
Ist ein computergesteuertes Musterungssystem für Raschelmaschinen.
Veloures
Heißen Florstoffe, auch der Samt auf Französisch.
Veloures antique
Für den Veloures antique wird der Polfaden – das so genannte Schluzen- oder Flammen-Mohair – verwebt. Da es unregelmäßig geflammt ist, legt sich der Flor von selbst und sieht ein bisschen wie bereits gebraucht aus.

W

Waben-Tüll
Nennt man alle Tülle mit sechseckigen, also wabenförmigen Löchern.
Wachstuch
War ursprünglich ein mit Linolfirnis sowie Trocken- und Färbemitteln beschichtetes Baumwollgewebe, das zusätzlich noch auf der Rückseite aufgeraut wurde. Es war wasserdicht und wurde zum Beispiel als abwischbare Tischdecke verwendet. Inzwischen hat PVC die alte Technik der Beschichtung abgelöst.
Waffel-Piqué
Wird auch „falscher Piqué “ genannt. Mit dem echten Piqué hat er denn auch nur eine reliefartige Oberflächenstruktur gemeinsam. Er zeigt eine Musterung aus plastisch hervortretenden, kleinen Quadern. Sie entsteht durch die so genannte Waffelbindung, eine sehr ausgeklügelte Kombination aus Kett- und Schussfäden.

X

Xenotest
Hat seinen Namen vom chemischen Element Xenon. Der Test dient dazu, die Lichtechtheit von Textilien zu bestimmen. Dabei werden die Stoffe unter eine Xenonlampe gelegt, die dem echten Tageslicht vergleichbare Bedingungen schafft.

Z

Zählstoffe
Nennt man löchrige Grundgewebe für Stickereien, wie zum Beispiel Canevas, auf die das Stickmotiv bereits aufgedruckt wurde. So kann man beim Sticken die jeweils notwendigen Stiche an der Zahl der Löcher abzählen.
Zampelwebstuhl
Ist der historische Vorläufer des Jacquard-Webstuhles. Jahrhundertelang bot er die einzige Möglichkeit, großrapportige Musterstoffe zu weben. Dieser musste von zwei Personen bedient werden. Vorn arbeitete der Weber und hinten im Webstuhl saß der „Zampeljunge“, der von Hand – über eine Harnisch-Mechanik – die Kettfäden bewegte.

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